Caritas-Kleiderkammer des Dekanates Wormbach unterstützt seit 20 Jahren Pater Airton in Brasilien

Arcoverde liegt etwa 250 km westlich der Großstadt Recife im Nordosten Brasiliens.
Die Stadt selbst lebt von der Landwirtschaft, wenigen Dienstleistungen und externer Hilfe des Staates. Es gibt keinerlei Industrie oder Tourismus. Im Südosten der Stadt gibt es ein großes Armutsviertel, die "Rua do Lixo" (Müllstraße), die an der städtischen Müllkippe endet. In den meisten brasilianischen Städten war es üblich, dass die Müllfrage gelöst wurde, indem der Abfall aus allen Bereichen zu einem vorzugsweise von der Stadt abgelegenen Ort gebracht wurde, um ihn dort unter offenem Himmel abzulagern, ohne sich weiter um die natürliche und soziale Umwelt in diesem Bereich zu kümmern.
Die Fundação Terra (Stiftung Erde),entstand 1984 in der Gemeinschaft der dort lebenden Männer, Frauen und Kinder, um sie wortwörtlich vom Müll zu holen, initiiert von Pater Airton Freire de Lima, der wie ein für die Armen der Stadt Arcoverde Zuständiger handelte. Er traf auf Menschen, die auf ihr Glück angewiesen waren, die sich von Essensresten aus dem Müll und in den Straßen erbettelten Spenden "ernähren" mussten, die in Hütten aus Pappe, Dosen oder Lehm "wohnten", ohne Wasser, Licht und Sanitäranlagen, ohne asphaltierte Straßen, Schule, medizinische Versorgung.
Die von der Fundação Terra angebotenen Hilfsprogramme zielen auf eine ganzheitliche Entwicklung der Menschen, die neben der Erfüllung der Grundbedürfnisse der Familien - Unterkunft und Ernährung - auch die Gesundheitsversorgung und Bildungssituation verbessern sollen. Die schulische Grundbildung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen, die Gesundheitsversorgung und die häusliche Unterbringung der Menschen sind die drei von der Fundação Terra verfolgten Hauptziele, die eine Überwindung des Status Quo des Lebens in chronischer Armut, in dem sich ein großer Teil der Bewohner der Müllstraße momentan befindet, ermöglichen sollen

Am 1. 2009 Oktober war Wellington Santana, der Bruder von Pater Airton, zu Besuch in Bad Fredeburg. Mit einem Film dokumentierte er die Entwicklung des Lebens in der Müllstrasse, wo aus Hütten Häuser entstanden, wo die Kindersterblichkeit enorm gesenkt wurde, wo Kinder mit Schul- und Berufsaubildung eine Perspektive für ihr Leben erhalten.
Möglich ist das nur durch Spenden, vor allem aus Deutschland, da dieser Stadtteil von offizieller Seite weiterhin ignoriert wird. Auch die Kleiderkammer des Dekanates Wormbach in Bad Fredeburg unterstützt dieses Projekt seit vielen Jahren, in dem die monatlichen Einnahmen und auch weitere Spenden dorthin geschickt werden.
Wellington Santana bedankte sich bei der ganzen Gemeinde und wird auch weiterhin alle zwei Jahre in Vertretung seines kranken Bruders Airton zu Besuch kommen, um Rechenschaft abzulegen und die erzielten Fortschritte aufzuzeigen, so dass auch die Menschen hier vor Ort den Erfolg dieser Entwicklungshilfe, die sich direkt an die Menschen wendet und viel effizienter als die offizielle politische Entwicklungshilfe ist, hautnah miterleben können.

Über die Fortschritte kann man sich im Weihnachtsbrief 2009 der Fundacao Terra informieren.