1957 erhielt die DFG 20 Millonen Mark, um die Rechnerentwicklung in
Deutschland voranzutreiben und damit Unabhängigkeit von
ausländischen Produkten zu schaffen. Das Problem bestand darin,
daß es in Deutschland nicht genügend gut ausgebildete Entwickler
für diese Aufgaben gab, so daß man zunächst in
die Ausbildung investieren mußte.
Man hatte die Idee eines Deutschen Rechnezentrums vor Augen, so daß man 12
kleinere und mittlere Rechenanlagen beschaffte, die keinem bestimmten
Institut zugeordnet waren, sondern allen interessierten Forschern und
Hochschulen zur Verfügung stehen sollten. Da es noch keine geeigneten
deutschen Rechenanlagen gab, erwarb man drei IBM 650 und stellte sie in
Darmstadt, Hannover und Hamburg auf. In weiteren Städten sollten Zuse
22 in Betrieb genommen werden und auch die in Eigenbau entstandenen Rechner
DERA (Darmstadt), PERM (München)
sowie G1 und G2 (Göttingen) wurden weiter gefördert.
Durch den Kauf des IBM 650 wurden 1957 schließlich auch Programmiervorlesungen und Praktika an der Technischen Hochschule Darmstadt durchführbar, diese fanden im Rahmen der Mathematik statt, und wurden auch dazu genutzt nicht-Mathematiker über die zunehmende Wichtigkeit von Rechnern in den naturwissenschaftlichen Disziplinen zu unterrichten. Bis die Planstellen an den Unis geschaffen waren, übernahm die DFG die Personalkosten für diese Veranstaltungen.
Schon 1960 werden für die Rechenzentren leistungsfähigere Rechner benötigt. Da die deutsche Industrie noch immer nicht in der Lage ist, diese zu liefern, werden wiederrum amerikanische Produkte angeschafft. Das Großrechenzentrum in Darmstadt erhält einen IBM 704. Schon ein Jahr darauf wird in Darmstadt das Deutsche Rechenzentrum (DRZ) unter Leitung Alwin Walthers gegründet, welches seinen Dienst allen Hochschulen und hochschulfreien Forschungseinrichtungen anbietet.
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